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Edelkastanien: Von der Maroni bis zum Kastanienbier

Kastanie

Wenn die Tage im Herbst immer kürzer werden und die Temperaturen sinken, sind Maronistände mit ihren schmackhaft-gerösteten Edelkastanien ein gern gesehener Anblick.

Kastanienhonig, Kastanienbier, Kastanienmehl, Kastanienwurst, Kastanienschokolade – die Vielfalt der Produkte rund um die Edelkastanie ist schier grenzenlos. Um einen besseren Überblick über die Schmankerl-Vielfalt und die Herkunft der Edelkastanie zu erhalten, machten wir uns auf den Weg ins Mittelburgenland, in die hügelige Landschaft rund um Klostermarienberg, Rattersdorf und Liebing.

350 Jahre alte Edelkastanien als Energiequelle

Kastanienhain

In Liebing wachsen bis zu 350 jährige Edelkastanien.

 

Mächtige Kastanienbäume mit ihren dicken, massiven Stämmen und verzweigten Ästen prägen die bewaldeten Hügel und die saftig grüne Landschaft des Mittelburgenlandes. Eingebettet zwischen dem Ödenburger Gebirge, der Buckligen Welt und dem Günser Bergland, begünstigt durch das warme, pannonische Klima und die sauren Böden, finden Edelkastanien die besten Bedingungen vor, um ein hohes Alter zu erreichen.

Gebratene Maroni am Kastanienfest

Gebratene Maroni am Kastanienfest in Klostermarienberg

Wie zum Beispiel in der Nähe der Ortschaft Liebing. Dort wo Edelkastanien ihre 350 Jahre alten Äste in den Himmel strecken wird ein Kastanienhain durch engagierte Dorfbewohner, vom Verein D’Kaestnklauba und der Gemeinde Mannersdorf a.d. Rabnitz gepflegt. Man sagt, dass die imposanten Baumriesen einen positiven Einfluss auf die Gesundheit ausüben. Schon ein 20 minütiger Besuch soll helfen Kraft zu tanken. Doch allein der Anblick des Kastanienhains genügt, um Ruhe zu finden. Besonders im Herbst, wenn sich das Laub in die unterschiedlichsten Töne von gelb und rot verfärbt, und die stacheligen Früchte auf dem moosigen Waldboden zu finden sind, ist ein Besuch empfehlenswert!

Am 26. Oktober findet in Klostermarienberg das alljährliche Kastanienfest statt, eine Art Kirtag auf dem allerlei Produkte rund um die Edelkastanie verkostet und erstanden werden können. Zusätzlich informieren der Verein D’Kaestnklauba, die GenussRegion Kaesten und Nuss und der Naturschutzbund über die beliebte Herbstfrucht und Ihrer Anstrengungen diese für die Zukunft zu  Erhalten.

Kastanienbier

Kastanienbier aus der Brauerei Gols

Kastanienbier „Golser Kästensud“

Das bernsteinfarbene Kastanienbier „Golser Kästensud“ aus der Brauerei Gols war ein beliebter Durstlöscher am Kastanienfest. Das Wort Kästen – umgangssprachlich für Kastanie wird als gemahlene Rohfrucht im Bier verarbeitet. Laut Golser Brauerei wird der der Duft als mild und nussig beschrieben. Der Geschmack hat eine klassisch malzige Süße mit herben und trockenen Abgang.

Kastanienmehl: Glutenfrei und basisch

Auch die Kastanienschokolade überzeugte uns im Geschmack. Besonders beliebt war die Kastaniensuppe. An einem Stand fanden wir auch Kastanienmehl, aus dem Brot oder Kastaniennudeln gemacht werden.

  • Kastanienmehl ist basisch,
  • glutenfrei,
  • mineralstoffreich und
  • leicht verdaulich

Es eignet sich daher hervorragend als Beimischung zum Backen aber auch zum Binden von Soßen und Suppen. Da Kastanien eine wichtige Kohlenhydratquelle sind, galten diese bereits im Mittelalter als wichtige Grundnahrungsmittel. Durch die relativ kurze Haltbarkeit von durchschnittlich zwei Wochen, wurden Maronis oft getrocknet oder zu Kastanienmehl weiterverarbeitet.

Kastanienrindenkrebs bedroht Edelkastanien

Leider sind viele Edelkastanien dem Kastanienrindenkrebs zum Opfer gefallen.  Der aus Amerika eingeschleppte Pilz befällt mit seinen Sporen die Rinde der Bäume und zerstört deren Wachstums- und Transportgewebe. Eine Heilung befallener Bäume ist mit dem Hypovirus biologisch möglich. Daher haben sich in den letzten Jahren zahlreiche Bestände erholt. Der Naturschutzbund Burgenland und der Verein D’Kaestnklauba setzen sich für den Erhalt der Edelkastanien in Burgenland ein.

 

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