Interview

Das neue Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem

Team Genuss Burgenland

Meist dreht es sich bei uns um köstliche Genuss-Produkte und wir bringen ProduzentInnen, GastwirtInnen und GenießerInnen zusammen. Doch im Hintergrund leistet die Genuss Burgenland viel Netzwerk- und Projektarbeit. Derzeit arbeiten wir an einem neuen Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem. Maria Busch hat dem Genuss-Magazin dazu ein Interview gegeben.

Wofür steht das neue Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem?

Das Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem soll garantieren, dass Produkte und Leistungen aus unserer Region einen hohen Qualitätsanspruch und Standard erfüllen. Es können bäuerliche Betriebe, Manufakturen, Veredelungsbetriebe sowie die Gastronomie teilnehmen. Diesen Betrieben, die alle entlang der Wertschöpfungskette arbeiten, ist es wichtig, größtmögliche Transparenz walten zu lassen. Zu diesem Zwecke lassen sie sich auch freiwillig kontrollieren, damit der Qualitätsanspruch den Kundinnen und Kunden gegenüber zu jeder Zeit gewährleistet ist. Das Qualitäts- und Herkunftssicherungssystem steht also für beste kontrollierte Qualität aus den Regionen Österreichs und ist ein Schritt, um Österreich als führende Kulinarik-Destination Europas zu positionieren. Die Basis des Systems bilden die staatlich anerkannten Qualitäts- und Herkunftsrichtlinien für familiengeführte Betriebe und kleine und mittlere Unternehmen im Lebensmittelbereich.

Woraus ist die Idee dazu entstanden?

Die Richtlinien folgen dem großen Ziel, Österreich als Kulinarik-Destination in Europa zu positionieren. Dass man das von heute auf morgen nicht so einfach schafft, ist klar. Es war also wichtig, alle bestehenden kulinarischen Initiativen ins Boot zu holen und entlang der Wertschöpfungskette mit den Akteurinnen und Akteuren zu besprechen, wie man dieses Ziel erreichen kann. Aus vielen Gesprächen in allen Bundesländern wurde eine Kulinarikstrategie entwickelt.

Warum ein weiteres Siegel?

Konsumentinnen und Konsumenten erwarten sich beim Einkaufen, aber auch in Gastronomiebetrieben, eine gewisse Transparenz bei der Herkunft und der Qualität der Produkte. Das Siegel soll eine Hilfestellung bei Kaufentscheidungen sein. Sie erhalten dadurch ein einfaches Qualitätsversprechen und Orientierung. Das Siegel ist EU-nostrifiziert und erkennt auch bereits vorhandene Qualitätskontrollen an (AMA- Biosiegel, AMA-Gütesiegel).

Wer kann an diesem System teilnehmen?

Es können landwirtschaftliche Betriebe im Bereich der Direktvermarktung, Manufakturen und Gastronomiebetriebe teilnehmen. Dazu meldet man sich einfach auf der Website vom Netzwerk Kulinarik unter www.netzwerk-kulinarik.at/qhs an. Man hat auch die Möglichkeit, sich zu einer kostenlosen Erstberatung anzumelden.
Diese soll unterstützend bei der Einführung des Betriebes in das System einwirken. Wenn man sich für die Teilnahme entscheidet, unterzeichnet man einen Teilnahmevertrag und legt eine Kontrollstelle fest. Hierbei kann der Betrieb unter verschiedenen Kontrollstellen wählen. Zeitnah findet dann ein Erstaudit statt. Betriebe mit Direktvermarktung und Manufakturen werden bei guten Auditergebnissen durchschnittlich alle vier Jahre kontrolliert, Gastronomiebetriebe alle drei Jahre.

Wie profitieren die teilnehmenden Betriebe von dem System?

Der Betrieb wird als Leitbetrieb für geprüfte Qualität und Herkunft positioniert. Er wird in einer bundesweiten Bezugsquellendatenbank gelistet. Dadurch entstehen neue Absatzchancen. Der Betrieb wird durch regionale und bundesweite Kulinarik-Kampagnen beworben. Betriebe werden auch mit Werbe- und Verkaufsmaterialien unterstützt, es werden auch Möglichkeiten geboten, sich auf Veranstaltungen zu präsentieren.

Welche Reaktionen erwarten Sie von den Betrieben und von den Konsumentinnen und Konsumenten?

Die Einführung des Kontrollsystems wird von den Betrieben gut angenommen. Unsere PartnerInnen sind stolz auf ihre Arbeit und haben kein Problem damit, diese auch transparent für Konsumentinnen und Konsumenten zu machen. Ich bin überzeugt, dass Konsumentinnen und Konsumenten dieses Qualitätsversprechen seitens der bäuerlichen Betriebe, Manufakturen und Gastronomie annehmen. Dass die Betriebe von unabhängigen Kontrollstellen überprüft werden, spiegelt einen hohen Qualitätsanspruch wider.

Aus: Genuss-Magazin 07/2020
Foto: Genuss Burgenland