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Biohof Pölzer – Sortenvielfalt aus dem Seewinkel

Sortenvielfalt Biohof Pölzer

Wenn man, sobald man gscheit sitzen kann, schon mit dem Vater am Traktor mitfährt, dann ist die Liebe  zur Landwirtschaft wohl früh mit auf den Weg gegeben. Kein Wunder also, dass Martin Pölzer sich in St. Andrä am Zicksee nun in dritter Generation dem Anbau von Sortenvielfalt in Bio-Qualität widmet.

Jetzt im Herbst ist es die Artischocke, die kulinarische Herzen höher schlagen lässt. Dichte, distelähnliche Pflanzen, die große, zart schmeckende Blütenstände ausbilden und eine Delikatesse sind. Auch wenn sie vor der Blüte auf dem Teller landen sollten, ist eine blühende Artischocke eine üppige Pracht, deren tiefes Lila auf den Feldern leuchtet.

Ursprünglich stammt die Artischocke aus dem Mittelmeerraum und hat sich über Persien bis Nordarabien, Spanien und die Kanaren verbreitet. Katharina von Medici brachte sie 1533 nach Frankreich und Großbritannien. Bis zur französischen Revolution war die Artischocke in den Gärten des französischen Landadels ein Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart.

Bio-Raritäten und Sortenvielfalt

Der jungen Landwirt Martin Pölzer hat sich auf außergewöhnliche Produkte und seltene Sorten spezialisiert. Auf seinen Feldern und in den wärmenden Folientunneln gibt es 40 verschiedene Paradeisersorten. Und Chilis in allen Farben, Formen und Schärfegraden von Habaneros bis zu elefantenhäutigen Arten. Weiße, schwarze und violett-gestreifte Melanzani, Gurken in verschiedenen Formen und Geschmäckern, Paprikas, Pfefferoni, Zucchini, verschieden Speise- und Zierkürbisse, Melonen mit gelbem oder rotem Fruchtfleisch und fruchtige Physalis. Es ist eine wunderbare Fülle an Formen, Farben und Aromen, die hier gedeiht.

Die Liebe zur Sortenvielfalt und dem Anbau von Raritäten begann beim Studium auf der Universität für Bodenkultur. Genauer gesagt mit einer Diplomarbeit über die Eignung verschiedener Sorten für das Paradeiservielfalt-Angebot von Rewe. In einem Folientunnel beim „Hintaus“ des Hofes, experimentierte und dokumentierte er mit verschiedenen Paradeisersorten. Der Grundstock für ein neues Sortiment war gelegt.

Den ebenfalls biologischen Anbau von Soja, Mais, Rüben und Ölkürbis haben Vater und Sohn Pölzer nicht aufgebeben. Diese Äcker werden seit 2007 maschinell, aber bio-zertifiziert bewirtschaftet.

Das Gemüseanbau aber ist intensive, händische Arbeit im Folientunnel. Oft sind es einfache Methoden: eine sparsame Bewässerung direkt an den Wurzeln für die Salatpflanzen. Oder den Boden auf den Artischocken und Kürbisfeldern mit Stroh abzudecken, um den Wuchs von Unkraut zu verhindern. Der Rest ist dann viel Arbeit: Unkraut händisch zu entfernen, das kostet Zeit. Aber spart Spritzmittel.

Der Vorteil: es gibt auch Wintergemüse, wie Rucola, Pflücksalate oder Kohlsprossen,  so dass das ganze Jahr über geerntet werden kann. Das Sortiment wird von Kürbiskernöl, Kürbiskernpesto und Schoko-Kürbiskernen ergänzt, die aus den Ölkürbissen der Familie Pölzer hergestellt werden.

Hofladen, Märkte, Wirtshäuser

Immer wieder trifft man im Seewinkel auf kleine Hofläden, wie den von Martin Pölzer, in dem das Prinzip Ehrlichkeit der erste Grundsatz ist. Denn wer in St. Andrä Erdäpfel, Knoblauch, Honig, Olivenöl, Kürbiskernöl oder frisches Gemüse kauft, der lässt sein Geld einfach da. Schließlich steht der Landwirt selbst meist am Feld. Und immer heimzufahren, wenn Kunden angerufen haben, war dann doch zu mühsam. So kann es auch funktionieren!

Außerdem steht Martin Pölzer am Markt der Erde in Parndorf, einem wunderbaren Markt regionaler Produzenten, die sich der Sortenvielfalt, dem Slow Food und der Regionalität verschrieben haben.

Die Bio-Qualität und unvergleichliche Frische regionaler Produkte wissen auch einige prominente Restaurants, wie die Mole West, der Seewirt Karner oder das Fischrestaurant Varga zu schätzen, die sich vom Biohof Pölzer direkt beliefern lassen. Genuss aus dem Burgenland wird eben geschätzt.

„Die Regionalität ist mir, neben der biologischen Bewirtschaftung, fast noch wichtiger“, meint Martin Pölzer. Logisch: kurze Transportwege garantieren Frische und Geschmack und reduzieren Emissionen. Und die regionale Wirtschaft profitiert. Die biologische Bewirtschaftung schont Böden, Grundwasser, die Gesundheit der Konsumenten und den Lebensraum der Tiere. Die Sortenvielfalt erhält die genetische Diversität. Vom Feld in die Küche – besser geht nachhaltig wirtschaften nicht!

Biohof Pölzer
Hauptstraße 80
7161 Sankt Andrä am Zicksee
Tel.: 0650 8771434
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