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Amur-Karpfen aus dem Nationalpark

Karpfen von der Fisch & Edelkrebszucht Jungwirth (c)Martina Siebenhandl

Mitten im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel liegen die Fischteiche von Robert Jungwirth. Dort züchtet der Quereinsteiger verschiedene Arten von Karpfen. Eine Herde Zackelschafe hilft ihm bei der Pflege der Teichränder.

Oft kommt es anders als man denkt – denn ursprünglich wollte Robert Jungwirth Edelkrebse züchten. Doch dann kam die Gelegenheit, eine bestehende Fischzucht mitten in den Weiten des Nationalparks zu erwerben. Im Süden des Seewinkels, in Pamhagen, nahe der ungarischen Grenze.

Also übernahm er einen Betrieb, der Karpfen in mehreren Teichen züchtet – die Teichanlage Martentau. Er ergriff die Chance, da eine Teichanlage wie diese im Nationalpark einem schwierigen Genehmigungsverfahren gegenüberstünde.

Die Edelkrebse hat er nicht aus den Augen verloren, jedoch erwies sich der erste Versuch trickreicher als gedacht: die köstlichen, heimischen Schalentiere wurden als Jungtiere in den Teich gesetzt. Doch extreme Hitze setze ihnen zu. Fischotter, Kormorane und Fischreiher dezimierten ihren Bestand und der Rest kletterte selbst aus den Teichen. Nun ist ein spezieller Fließkanal für die Edelkrebszucht geplant, und nächste Test soll erfolgreicher werden. Die Edelkrebse sind nicht nur eine Delikatesse, sondern auch eine bedrohte Art. Ihr Bestand ist von einer eingeschleppten Krebsart, den Signalkrebsen, stark gefährdet. Diese haben die Krebspest in die mitteleuropäischen Flüsse eingeschleppt, die die empfindlichere heimische Krebsart nicht überlebt.

Karpfen aus Lehmteichen

Nun widmet sich Jungwirth vermehrt den Karpfen zu, hauptsächlich Spiegel- und Amurkarpfen. Auch Karauschen – ebenso eine Karpfenart – gedeihen in den Teichen. Anders als die Karpfen aus dem Neusiedler See wachsen die Fische in klarem Wasser der Lehmteiche auf, was ihnen zu einem erstklassigen Geschmack verhilft. Die Fütterung mit Gerste und biologisch angebautem Klee sorgt für festes, wenig fettes Fleisch. Das macht die Jungwirth-Karpfen auch ideal für den Griller. Der Rest der Nahrung ist Naturfutter, also Zooplankton aus dem Teichwasser.

Ein Teil der Karpfen vermehrt sich selbst, einen Teil der Jungtiere kauft der Züchter bei einem südsteirischen Kollegen zu und lässt sie bei sich gedeihen. Insgesamt acht Teiche werde im Jahreskreislauf bewirtschaftet.

Zackelschafe als Landschaftspfleger

Eine Herde Zackelschafe beweidet die Teichränder und Dämme. Die Karpfen vermehren sich, in dem sie Laich an Wasserpflanzen, oder Pflanzen, die ins Wasser ragen, behängen.

Zackelschafe Fisch & Edelkrebszucht Jungwirth

Die Lage der Teiche garantiert eine schadstofffreie Umgebung. Es gibt keine Zuflüsse, keine Landwirtschaft, keine Gülle… erstklassige Bedingungen also. Der Betrieb ist Qualitäts- und Herkunftszertifiziert und garantiert unverfälschten Genuss aus dem Burgenland.

Robert Jungwirth bietet seine Produkte ganzjährig an. 6 bis 7 Tonnen Fisch produziert er pro Zyklus. Verarbeitet werden diese direkt im Hofladen. Dort werden sie auch tiefgekühlt und geräuchert.  

Karpfen-Delikatessen im Hofladen

Die frischen oder tiefgekühlten Fische kann man sich im neu errichteten Hofladen in Pamhagen holen – im Ganzen oder filetiert. Es gibt auch mittlerweile andere Fischdelikatessen: Geräucherte Fische, Fischaufstriche und – eine besondere Spezialität – Karpfenrogen und Karpfenmilch, also der Samen der männlichen Fische und die Eier der weiblichen Fische.

Kaviar vom Karpfen

Karpfenrogen ist der Kaviar des Karpfens  – und die neueste Spezialität im Sortiment. Er wird gesalzen und mit Zucker, Salz, Öl, Zitronensaft und Dille gebeizt.

Milchner und Rogen benötigt man auch für eine weihnachtliche Spezialität: die Fischbeuschelsuppe. Für Suppenliebhaber gibt es deswegen auch ein Suppenpaktet. Eine Fischkarkasse samt Kopf, die man mit Suppengemüse auskocht, und eine gute Portion Rogen und Karpfenmilch dazu. Die verrührt man erst gegen Ende in den Fischfond und lässt sie kurz garen.

Auch am Bauernmarkt in Neusiedl/See steht Robert Jungwirth jeden Freitag mit seinen Fischprodukten.

Der Rest der Ware wird an die Gastronomie geliefert – im Burgenland, aber auch bis Wien. Wer weiter weg wohnt, kann sich auch frischen Fisch problemlos schicken lassen. Dies funktioniert in eigenen Kühlboxen der Post einwandfrei. In den mit Kühlakkus ausgestatten Transportboxen liegt ein Retouren Schein bei und die Post bringt die Kühlbox wieder zum Erzeuger zurück. So kommt der Karpfen aus dem Nationalpark direkt in die Küche!

Hofladen

Gartenviertel 5
7152 Pamhagen
Tel: +43 680 1327488


Online-Shop

www.karpfen-shop.at

Fotos: Netzwerk Kulinarik/Martina Siebenhandl, Fisch- und Edelkrebszucht Jungwirth